Die Previs versichert rund 1’250 Arbeitgebende mit 48’000 Versicherten und Rentenbeziehenden. Wo liegen die Herausforderungen, wohin geht die Entwicklung? Nachgefragt bei Franziska Gäggeler, Leiterin Vorsorge und Mitglied der Geschäftsleitung.
Seit einem Jahr leiten Sie bei der Previs den Bereich Vorsorge mit rund 20 Mitarbeitenden. Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen – und gab es Überraschungen?
Ich bin seit 2014 in unterschiedlichen Funktionen bei der Previs tätig. Zuletzt war ich stellvertretende Leiterin des Bereichs Vorsorge. Damit war ich auf meine neue Rolle gut vorbereitet. Über die Entwicklung, die das Vorsorge-Team mit der Umstellung auf die neue Verwaltungssoftware und das neue Onlineportal PrevisConnect gemacht hat, freue ich mich sehr. Dank dem tatkräftigen Mitwirken aller Beteiligten sind die neuen Abläufe und die angepasste Teamstruktur gut etabliert. Zu allfälligen Überraschungen: Ich stehe den Dingen gerne realistisch gegenüber und bin daher selten überrascht – oder wenn, dann meistens positiv (Schmunzelt).
Die Erwartungen von Arbeitgebenden und Versicherten an die Pensionskassen sind hoch. Welches sind die grössten Herausforderungen?
Die berufliche Vorsorge ist relativ komplex. Zudem betreuen wir Versicherte aus verschiedenen Branchen, mit unterschiedlichem Wissen zum Thema und in unterschiedlichsten Lebenslagen. Da ist eine adressatengerechte Begleitung essenziell. Im einen Kundentelefonat können wir Fachbegriffe verwenden, in einem anderen Gespräch müssen wir diese umschreiben und detaillierter erklären. Wir decken ein weites Kommunikationsfeld ab. Gefragt sind viel Einfühlungsvermögen und ein breites Fachwissen.
Das Tempo nimmt in allen Lebensbereichen zu. Wie zeigt sich das im Umgang mit Kundinnen und Kunden?
Bei der rasch voranschreitenden Digitalisierung geht manchmal vergessen, dass Kundenanfragen bei uns individuell von einer sachverständigen Person und nicht von Chatbots oder KI-Tools beantwortet werden. Das benötigt in der Regel etwas mehr Zeit als eine standardisierte, automatische Antwort. Die Kundenumfrage von 2025 zeigt, dass unsere Versicherten neben den digitalen Möglichkeiten gerade auch den persönlichen Service schätzen. Es geht um den richtigen Mix.
Das Onlineportal PrevisConnect hat sich etabliert. Worauf sind Sie besonders stolz?
Die Einführung des neuen Portals hat gut geklappt. Erfreulicherweise haben sich bereits über 60% unserer Versicherten registriert – deutlich mehr als bei der früheren Versicherten-App. Diese Personen haben so jederzeit Zugriff auf ihre Vorsorgelösung und können laufend Anfragen und Simulationen tätigen. Sowohl die Versicherten als auch die Arbeitgebenden haben das Portal in der Kundenumfrage als «gut» bis «sehr gut» bewertet. Das freut uns sehr, heisst aber nicht, dass wir nun stillstehen.
Welche Weiterentwicklungen von PrevisConnect sind geplant?
Aktuell prüfen wir diverse Erweiterungen wie die Anzeige der Zinsentwicklung auf den Altersguthaben oder diverser Kennzahlen wie Anlagestrategie, Performance oder Deckungsgrad. Zudem haben wir mit PrevisConnect die Grundlage geschaffen, um mit unseren Kundinnen und Kunden künftig noch gezielter kommunizieren zu können.
Welche Entwicklungen in der beruflichen Vorsorge beobachten Sie besonders aufmerksam?
Das BVG wurde 1985 in Kraft gesetzt. Obwohl die versicherten Personen aufgrund der steigenden Lebenserwartung immer länger eine Altersrente in Anspruch nehmen, scheiterten bisher leider notwendige Reformen, etwa punkto Höhe der Sparbeiträge oder der Senkung des Umwandlungssatzes. Bei der Previs legen wir daher bereits seit Jahren grossen Wert darauf, flexible Vorsorgelösungen anzubieten, welche die Mindestvorgaben übersteigen. Sei dies mit generell über dem gesetzlichen Minimum liegenden Sparbeiträgen oder der Möglichkeit, dass Arbeitgebende ihren Mitarbeitenden Wahlpläne für freiwilliges Zusatzsparen anbieten können.
Welche Schwerpunkte möchten Sie mit Ihrem Team künftig setzen?
Stark beschäftigen wird uns weiterhin die Digitalisierung. Uns ist bewusst, dass nicht alle unsere Versicherten und Rentenbeziehenden diesen Wandel gleichermassen rasch mitmachen können oder wollen. Hier gilt es, den Fokus auch weiterhin auf der persönlichen Dienstleistung zu halten. Mit Blick auf die bevorstehenden Entwicklungen werden wir unsere Organisation und unsere Mitarbeitenden gezielt darauf vorbereiten. Nur so können wir einen optimalen und persönlichen Service auch in einer digitalen Umgebung sicherstellen.

Franziska Gäggeler
Leiterin Vorsorge
Die berufliche Vorsorge in guten Händen
Das Vorsorge-Team begleitet die Versicherten der Previs vom Berufseinstieg bis zur Pensionierung.